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3.2 Formen der Schizophrenie
Es gibt insgesamt fünf Formen (Typen) der
Schizophrenie:
Der paranoide Typus [griech. Paranoia: Wahnsinn]1. Patienten diese Typs sind meist intelligenter als all
die anderen Schizophrenen. Sie sind von Beginn an misstrauischer gegenüber
anderen. Sie neigen zu einer Fehldeutung von Dingen und Ereignissen in einer
Weise, die sie selbst herabsetzt. Der Patient nimmt die negative Wirkung wahr,
die andere von ihm haben.
Das Phänomen der Bedeutungsausbreitung ist bei ihm
häufig: Eigenschaften, die er an sich selbst nicht mag, schreibt er anderen
zu. Wahnvorstellungen (Verfolgungswahn und Größenwahn) sind
häufiger als bei den anderen Formen.
2. Der hebephrene Typus [griech./latein. Hebephrenie:
Pubertätsirrsinn]
Schizophrene dieses Typs können eine paranoide
Phase erlebt haben. Das Denken ist oft logisch, aber oft auch abschweifend und
konfus, er lächelt in Situationen, in der Lachen nicht angebracht
ist.
Die Wahnideen des Hebephrenen sind im Allgemeinen
realitätsferner; sie beziehen sich häufig auf den Körper, der als
verletzt oder beeinträchtigt angesehen wird. Der Patient glaubt z. B., sein
Gehirn sei geschmolzen oder sein Herz habe die Stellung
verändert.
3. Der katatone Typus [griech./latein. Katatonie:
Spannungsirrsinn]
Dieser Typ tritt heute weniger häufig auf als
früher. Zurückgezogenheit und Unbeweglichkeit stehen im Vorfergrund,
der Patient gleicht einer Statue. Er kann sich nicht bewegen, nicht weil er
gelähmt ist, sondern weil seine Fähigkeit gestört ist, zu wollen,
seinen Gliedmaßen zu befehlen, dass sie sich bewegen mögen. Der
Patient ist in der Lage stundenlang in einer Stellung zu verharren (=
wachsartige Biegsamkeit).
Manchmal ist der Patient sehr gehorsam und gehorcht
anderen Menschen. Der „Negativismus“ steht ebenfalls im Vordergrund:
Statt zu tun, wozu man ihn auffordert, tut der Patient das Gegenteil. Wenn ihn
z. B. ein Arzt anweist die Zunge herauszustrecken, presst er seine Lippen
zusammen oder wendet sein Gesicht ab.
4. Der einfache (simplexe) Typus
tritt fast nie plötzlich oder in dramatischer Weise
auf, sondern entwickelt sich schleichend. Das Leben erscheint trübselig,
ohne Herausforderung, der Patient ist ohne Interesse – möglicher
Weise hatte (hat) er Schwierigkeiten in Beruf und Schule, er möchte sich
von solchen Situationen fernhalten.
Der einfache Typus zeigt keine Wahnideen,
Halluzinationen oder Anzeichen unlogischen Denkens. Er vermeidet Denken. Obwohl
er nicht zu Gewalttätigkeit oder stark gestörtem Verhalten neigt, ist
er eine Last für eine Familie; hat er keine Familie, kann das eine Gefahr
für ihn werden an den Rand der Gesellschaft abzurutschen. Es fällt ihm
schwer neue Freunde zu gewinnen.
5. Der schizo-affektive Typus
Der Patient dieses Typs hat Stimmungsschwankungen
(manisch-depressive Psychose). Einmal ist er depressiv, dann wieder
glücklich. Der schizo-affektive Typ wird schneller wieder gesund als
andere, die Krisen können sich aber wiederholen.
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