|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| ISBN: 3540436464 ISBN: 3540436464 ISBN: 3540436464 ISBN: 3540436464 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Wir empfehlen: | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
4. Ursachen der
Schizophrenie
Drei Gruppen von Faktoren bilden die Ursache von
Schizophrenie:
4.1 Biologische Faktoren?
Der Glaube, Schizophrenie wäre vererbbar, entstand
durch die häufig gemachten Beobachtungen, dass diese Krankheit in manchen
Familien häufiger auftritt als in anderen. Wenn ein Elternteil, ein Bruder
oder eine Schwester an Schizophrenie leiden, dann erhöht sich die
Häufigkeit, daran zu erkranken, um vier bis zehn Prozent.
Auf Grund dessen könnte man daher annehmen, dass
Schizophrenie eine genetische Basis habe. Es gibt Krankheiten wie die
Bluterkrankheit oder die Netzhautentzündung, deren Erblichkeit außer
Frage steht. Genetiker haben herausgefunden, dass solche Krankheiten den
Mendelschen Gesetzen gehorchen. Den Genetikern ist es jedoch nicht
gelungen, dies auch für die Schiziphrenie nachzuweisen!
Viele Forscher suchten nach Veränderungen des
Gewebes im Gehirn des Schizophrenen. Es ist jedoch unmöglich, die
Gehirnzellen eines Schizophrenen von denen eines „Normalen“ zu
unterscheiden. Biochemische Untersuchungen des Zentralnervensystems erwiesen
sich freilich als vielversprechender: Forscher glauben, bei Schizophrenen
biochemische Veränderungen feststellen zu können.
Es versteht sich von selbst, dass alles, was im Gehirn
geschieht, eine biochemische Entsprechung hat. Psychische Probleme können
biochemische Änderungen auslösen. Man weiß aber nicht, ob diese
biochemischen Veränderungen eine Ursache oder eine Folge der psychischen
Störung darstellen.
4.2 Psychologische Bedingungen
Viele Gelehrte meinen in den Lebensumständen der
Kindheit des Patienten die Ursache für die Schizophrenie finden zu
können – in der Art und Weise, wie er von seiner Familie aufgezogen
und behandelt wurde. Andere Forscher haben sich auf die unglückliche Ehe
der Eltern des Patienten oder auf die Persönlichkeit des Vaters des
Patienten oder auf die Interaktion des Kranken mit seinen Geschwistern
konzentriert. Wieder andere meinen, die Persönlichkeit der Mutter, ihre
Einstellung sei der wichtigste psychologische Faktor bei der Entstehung der
Schizophrenie.
Der künftige Patient verbringt demnach seine
Kindheit in einer Umgebung, in der die Beziehungen zwischen den Menschen durch
Feindseligkeit, durch starke Angst, durch Distanzierung oder durch eine
Kombination dieser Gefühle gekennzeichnet sind.
Viele Gelehrte sehen, dass der Patient nicht nur unter
der Einwirkung starker negativer Emotionen während seiner Kindheit und
seines späteren Lebens (wie Spannung, Furcht, Angst, Feindseligkeit oder
Ablehnung / siehe oben) zu leiden hat – gleichgültig, wer oder was
die ursprüngliche Quelle dieser Emotionen ist - , sondern dass er auch mit
den Veränderungen in seiner Entwicklung fertigwerden muss: Früher oder
später kommt der Mensch, der an Schizophrenie erkrankt, zu der
Überzeugung, dass ihn die Zukunft nicht für die Gegenwart oder
Vergangenheit entschädigen wird. Sobald der Kranke fest daran zu glauben
beginnt, dass die Zukunft für ihn ohne Hoffnung und Liebe ist, kann
für ihn die Zukunft noch trostloser sein als die Gegenwart. Der Patient
fühlt sich von allen Seiten bedroht, als wäre er in einem Dschungel
– nicht in einem Dschungel, in dem sich Löwen, Tiger oder Schlangen
tummeln, sondern in einem Dschungel von Vorstellungen, in dem sein Selbstbild
gefährdet ist. Die Gefahren sind Gefühle wie nicht dazuzugehören,
nicht gemocht bzw. nicht geliebt zu werden, nicht liebenswert, nicht akzeptabel
zu sein, unfähig zu sein, seinen eigenen Lebensweg zu finden, blamiert und
mit Schande bedeckt zu sein, diskriminiert zu werden.
4.3 Gesellschaftliche
Bedingungen
Alles, was menschliches Leiden, Abnahme der
Selbstachtung und Verlust der Hoffnung verursacht, kann ein indirektor Faktor
für die Entstehung von Schizophrenie sein. Eine Gesellschaft, die z.B.
unter ihren Mitgliedern die Konkurrenz fördert (Stichworte: Konkurrenz,
Wettbewerbsgesellschaft, Leistungsgesellschaft, freie Marktwirtschaft u. dgl.),
ruft ein Gefühl geringer Selbstachtung bei denjenigen Menschen hervor, die
sich als Verlierer betrachten müssen; sie macht die Menschen
anfälliger für psychische Schwierigkeiten. Mit anderen Worten:
Soziale, gesellschaftliche Faktoren, die Leiden von Individuen verursachen,
können vermittelt durch psychische Prozesse indirekt Schizophrenie
fördern, besonders dann, wenn sie sich ungünstig auf die
Selbstwertschätzung eines Menschen auswirken.
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| |<< Anfang < Zurück Index Weiter > Ende >>| | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Zurück zur Themenseite: StudyPaper.com/Startseite/Wissenschaft/Geistwissenschaften/Psychologie Das Setzen von Verweisen (Links) auf diese Seite ist gestattet und bedarf keine vorherige Absprache. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Startseite | english | Bookmark setzen | Webseite weiterempfehlen | Copyright © | Impressum | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||